2008:
Wir werden in die Welt gevögelt und können trotzdem nicht fliegen. Werner Schwab

flashtext
du gehst an mir vorüber. du stolzierst klackend auf deinen gestelzten schuhen über den feuchten asphalt.
du gehst an mir vorbei ohne mir einen blick zu schenken.

du suchst mit fokussierten augen jemanden oder etwas auf der anderen straßenseite, setzt dann an zu einem kleinen sprung über die lache an der gehsteigkante. du hebst den gelben schirm dabei leicht in die höhe als ob du im nächsten moment einfach davonschweben würdest – und es würde mich nicht wundern, so wie du bist, so wie du leichtfüßig, geschmeidig gehst und doch gleichzeitig so kräftig lärmend deine schuhe in den boden stampfst, dass du davonfliegst in meine verregneten träume.

ach, wie ich dich liebe in diesem einzigen, allereinzigen moment, gemeinsamen moment in unserm leben!

Regie: Peter Ulrich    Darsteller: Matthias Grasser    Organisation: Josef Mikl   Grafik: Cornelia Koller

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FESSEL 2007

wann und wo wurde das projekt realisiert?
07.Mai 2007 zum EU-Tag der Chancengleichheit am Grazer Hauptplatz auf Einladung des Behinderten-Beauftragten des Landes Steiermark Herrn Mag. Siegfried Suppan

kurzbeschreibung
zwei menschen, einer körperbehindert am boden liegend, der andere aufrecht in einem schwarzen lack-/leder-kostüm mit einer maske über dem gesicht.
Sie streiten miteinander, über- und unterwerfen sich. Werden gegenseitig aneinander und übereinander gefesselt, an den rollstuhl gefesselt…

bedeutung für den interkulturellen dialog
rollstuhl:fessel zeigt der mehrheitskultur sozial-politische realitäten körperlich beeinträchtigter menschen in spezifisch künstlerischen ausdrucksformen.

geeignet für radio und TV
rollstuhl:fessel ist ausschließlich für TV geeignet, da es sich um eine körpertheatralische darbietung handelt, die nonverbal bilder, emotionale bilder mit starkem symbol-charakter evoziert.

Regie und Darsteller: Peter Ulrich
Darsteller: Matthias Grasser

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2006

Der Mensch lebt von seinem Anfang her und gleichzeitig lebt er von ihm weg.

Das heißt, dass er seinen individuellen Ausgangspunkt durch seine Geburt erfährt und das Leben - als ein Akt des kontinuierlichen Fortschreitens - einen immer größeren temporären, mentalen und psychischen Abstand zu ihr erzeugt.

Die Geburt wird zurückgelassen wie eine zu eng gewordene und irgendwo abgelegte und vergessene Erinnerung, die nur in manchen Momenten hochgespült wird, sentimental oder vernünftig oder mit etwas anderem zugedeckt ohne es wirklich jemals wieder berühren zu können.
Die Ahnung nichts als die schale Ahnung.

Unser Anfang und Ausgang, oder besser Eingang ist in dem Moment bereits Geschichte, in dem er sich vollzieht. Aber anders als das "Jetzt", das als solches nicht zu fassen ist, weil: was ist "jetzt"? Und wie lange dauert es? Aber selbst wenn es mit dem nächsten Lidschlag zu ende geht, können wir es erinnern, verbal rekreieren, medial repetieren oder einfach innerlich seiner Erinnerung "nachhängen".

Aber die Geburt? Sie kann und wird von uns als etwas Konfuses und nicht direkt an uns selbst noch Anhaftendes erfahren. Die Geburt eines anderen Menschen zu beobachten gibt uns nur einen äußerlichen Vergleich und ist damit nichts nach innen führendes: zu dem Punkt in uns, wo wir unsere eigene nachvollziehen könnten.

Wir "werden" mit einem Schlag in die Welt geworfen und haben es in diesem Augenblick schon für immer vergessen.

Die Dramatik dieses Augenblicks, das Thema der Theaterproduktion von
"aXe körpertheater" (2006): "LuX 070".

Regie: Peter Ulrich
Darsteller: Eva Brunner und Matthias Grasser
Sprecherin: Bettina Platzer
Musik: Stefan Zeisberger

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körpertheater 2005

Rausch der Gefühle
Aufklärungsarbeit über die Fähigkeiten behinderter Menschen will das Grazer axe körpertheater leisten. Gleichzeitig will es das Voneinander-lernen von behinderten und nicht-behinderten Menschen in den Vordergrund stellen. Der Inhalt der tanztheatralischen Szenenabfolge ging aus persönlichen Gesprächen und Erzählungen von Betroffenen hervor. Aus diesen wurden Teile herausgenommen und zu einer neuen Geschichte zusammengesetzt, die von den drei Protagonisten in neun Szenen, fast ohne Verwendung der gesprochenen Sprache, erzählt wird.

Die sich entwicklende Dreiecksgeschichte zwischen einem behinderten Mann, einer behinderten und einer nicht-behinderten Frau wird mit großem körperlichen Einsatz stehend, kriechend, kniend, sitzend und vor allem fühlend dargestellt. ...Die Bühne gleicht einem nach vorne offenen Käfig, in dem die Protagonisten gefangen sind in ihrer Vielfalt, gefangen von außen, durch die Barrieren der Gesellschaft, und gefangen von innen, durch ihr eigenens Denken und Handeln... Quelle: Falter Nr. 22/05, Michaela Hawlik

Regie: Peter Ulrich
Darsteller: Bettina Platzer, Eva Brunner und Matthias Grasser

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